Kath. Pfarrei St. Michael, Ingolstadt-Etting

Keniasafari 2016

Unser Pfarrer Reinhard Förster ist wieder bei der Schönstattfamilie in Kenia. Wer sich interessiert findet hier seine täglichen Berichte und Bilder.

 

Montag, 22.08.2015: Ich bin gut in Kenya angekommen. Fr. Joseph und Fr. Simon haben mich abgeholt. Ich war 2 Nächte in Kanyenyaini (Teeanbau). Gerade bin ich in Murnag'a und kann eine EMail ueber die Dioezese absetzen. Ich muss mir erst noch eine Telefonkarte besorgen, dann schreibe ich mehr.
Herzlichen Gruss aus dem Sueden

 

Samstag, den 20.08.2016:

(Da ich das Stromkabel für meinen PC liegen gelassen habe, muss ich mit einer englischen Tastatur schreiben.)
Flug von Nürnberg über Zürich nach Nairobi (7:05 – 18:40). Beim Anflug kommt mir vieles bekannt vor – das Gefühl zu Freunden zu kommen. Zu meinem Staunen geht es mit Einreisekontrolle: Foto und Fingerabdrücke und Stempel - Visa und Arbeitserlaubnis ist ja im Pass. Die zwei Koffer waren auch schon da – hat über eine Stunde gedauert. Dann war ich draußen, aber da ist keiner, um mich abzuholen: Joseph und Simon haben an der alten Ankunft gewartet. Auf meinen Vorschlag fahren wir noch in die Pfarreien. Mit Simon bis Kenol, hier steige ich zu Joseph um. Simon fährt nach Mwea, wo er morgen Gottesdienste hat. Joesph gibt mir den Autoschlüssel: „You drive!“ Ich habe beim ersten Einschalten des Blinkers natürlich den Scheibenwischer erwischt. Ich bin überrascht wie viele zu dieser Zeit in die Stadt wollen. Ich muss mich durch den Stau am Ortsausgang kämpfen. In der Nacht außerhalb Orschaften zu fahren ist gar nicht so leicht: Keine Seitenpfosten oder weiße Linien, der Rand des Teers kann scharf abfallen, um die Autolichter kümmert man sich afrikanisch – stark bis gar nicht, dann gibt es Bumps - „liegende Polizisten“ – da kann man nur langsam drüber fahren. Noch vor Murang’a habe ich ein Stück „off road“ (kein Teer). Dann geht es bergauf und kurz bergab hoch nach Kanyenyaini (nordwestlich von Nairobi kurz hinter Moggoiri) – Teeregion. Beim letzten Stück meint Joesph: „Jetzt kommen keine Bumps mehr, aber Löcher im Teer.“ Auf dem Weg kann ich die ersten wilden Tiere sehen. Eines hätte ich fast überfahren: Hasen. Gegen 23 Uhr sind wir in der Pfarrei.

 

Sonntag, den 21.08.2016:

Gottesdienste um 7:30 in Nyagatugu, 9:15 in Kihoya, 11:00 in Kiowamboco – afrikanische Zeitangaben. Joseph hält den Gottesdienst in Kikuyu, ich predige, er übersetzt. Ich greife die Arbeit von Fr. Simon Kaire auf: Hier lösen sich die Traditionen immer mehr auf. Himmelstür ist schmal. Man muss sich anstrengen um hinein zu kommen. „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.“ Wo wollen wir bleiben? Um 13:30 Uhr sind wir wieder im Pfarrhaus zurück. Mittagessen, Pause – ich spüre die Höhenlage. Mit Joseph gibt es einiges auszutauschen und Ideen zu entwickeln. Mit seinem Handy kann ich Schwester Lydiah und Philis überraschen. Bekannte Nummer aber ganz andere Person. – Sie sind hier auf Urlaub und fahren dann zu Vorträgen in Pfarreien. Dann ist es nicht verkehrt sich beim Bischof (Handy) zu melden, bevor er es von anderen erfährt, dass ich da bin.

 

Montag, den 22.08.2016:

Frühmesse. Ich lasse meine Koffer bei Josef und nehme nur mit, was ich brauche. Wir fahren nach Murnag’a. Joseph gibt einen Impuls zur Pilgerreise. Messe und Informationen für die Gruppe (53 Pers. – 20 Priester) die nächsten Montag für eine Woche nach Rom fliegen. Dort wollen sie auch das Schönstatt-Zentrum besuchen. Im Internet habe ich die Kontaktdaten herausgesucht. Ich nutze die Zeit auch für einen Besuch am Friedhof der Priester. – Mit Fr. Peter Kibe war ich verbunden. In der Stadt kann ich meine Handynummer wieder aktiv schalten lassen. Kleines Problem: Ich habe die alte Sim-Karte dabei. Für 50 Schillinge bekomme ich eine neue Sim-Karte für die alte Nummer. Dann habe ich mein MPesa-Konto wieder geoeffnet. Nun bin ich wieder unter 00254-705-664274 erreichbar und kann Geld empfangen und schicken (M-Pesa). Dann ging es weiter nach Maragua. Fr. Simon N. nimmt mich mit nach Ithanga. In Thika schauen wir noch nach einem Comuterkabel. Zu spät – hier schließen diese Läden um 18 Uhr. Dann habe ich mir ein paar Schuhe gekauft – hatte ja nur ein Paar mitgenommen. Dann ging es weiter an Annanasfeldern vorbei. Die Pfarrei hat keine Teerstraßen. Am Abend kann ich den PC des Pfarrers nutzen um diesen Tag aufzuschreiben. Übrigens: heute habe ich die nächsten wilden Tiere gesehen: Affen ganz nah. Hier ist es staubig und warm. In der Nacht schlafe ich unter dem Netz. Von einem Eck der Diözese in ein anderes (nun Süd-Ost-Eck mit ganz anderen Höhenlage.)

 

Dienstag, den 23.08.2016:

Hier läutet eine Glocke zum Gottesdienst. Für Fr. Simon halte ich die Frühmesse (6:30 Uhr). Die Gruppe der PMC (Ponteficial Mission Children – Päpstliche Kindermissionswerk) ist überrascht, als ich in die Sakristei komme. Mit dem PC des Pfarres kann ich schreiben und Bilder aussuchen und bearbeiten.
Mittags kommt der Frauenbund: Gut 20 Frauen, Vertreterinnen aller Kichen der Pfarrei. Um den Monikatag – ihre Patronin – kommen sie zusammen zum Gottesdienst und bringen dem Pfarrer ein Geschenk: Viele Tüten mit Lebensmittel und neue Alben für den Pfarrer und Kaplan. Nachmittags gelingt es mir ins Internet zu kommen, was hier schwer ist.

 

Mittwoch, den 24.08.2016:

(Bild: Annanasfeld mit Mount Kilawanbogo – hier muss es viele Büffel gegeben haben)

Heute feiert Fr. Simon die Messe für die Gruppe und Gäste. Um 9 Uhr geht es mit Simon nach Nairobi. In der Pfarrei St. Peter Clavier treffen wir den Pfarrer. Er vermittelt uns einen jungen Mann, der mir hilft ein Netzkabel für meinen PC zu kaufen. Hier sind wir ziemlich am Zentrum. Nach wenigen Versuchen haben wir Erfolg. Es ist viel Verkehr und viele Menschen unterwegs. Die Pfarrsekretärin begleitet mich durch den Verkehr zum Postamt. Fr. Joseph will mich hier abholen, dann geht es wieder in Norden. 17:50 Start – Abendstau in Nairobi: teils über 80 Stundenkilometer und doch weniger als 20 Kilometer in der ersten Stunde. Als es Nacht ist machen wir Fahrerwechsel. In Thika lässt Joseph seinen rechten Seitenspiegel wieder montieren – er hat ihn hier zur Reparatur gegeben. Gegen 21 Uhr Stop in Murang‘a: Joesph will noch den Generalvikar treffen wegen der Romfahrt. Gegen 23 Uhr sind wir in Kanyenyaini.

 

Donnerstag, den 25.08.2016:

Mit Joesph fahren wir nach Tuthu, den Ort wo die Consolatamissionare 1902 in Kenya angefangen haben. Die Straße ist nicht geteert, hat viele Kurven und geht auf und ab. Hier gibt es auch eine Heilige Pforte. Von den beiden italienischen Priestern (die letzten weißen Missionare in der Diözese) werden wir auch herzlich empfangen. Die Sekretärin führt uns. Zum Grab des Paramount Chief Karuri (Regionalführer) nehmen wir das Auto. Er hat die Missionare eingeladen, hatte 72 Frauen, seine Taufe feierte er 1916 drei Tage lang. An der Stelle wo die Missionare die erste Messe gefeiert haben und ihre Zelte aufgestellt haben, steht heute ein Kreuz und eine Kirche. Wie war das früher? Ein fruchtbares Gebiet im Wald. Heute gibt es fast überall Tee. Der Abadeere Park ist nicht weit und nun mit elektrischem Zaun gesichert. Mich interessiert die Gegenwart aus der Geschichte zu verstehen. Es war sehr interessant. Joseph bringt mich nach Mugoiri (Nachbarpfarrei – Nähe Murang‘a).

 

Freitag, den 26.08.2016:

Frühmesse in Kahuro (Zentrum hier), Pfarrei. Touristischer Nachmittag: Pfarrer William mit einer Schwester und mir in den Aberdare Park (Nyeri). Wir kommen gegen 14 Uhr weg - zwei Stopps in Murang‘a. Es ist viel Verkehr. Der Eingang liegt schon über 1900 m über dem Meeresspiegel. Wir sehen viele Warzenschweine, Büffel und können auch Elefanten zwischen den Büschen und Bäumen entdecken. Gegen 20 Uhr sind wir zurück. (Bild von mir am Aussichtspunkt – über 2.200m)

Samstag, den 27.08.2016:

Die Priester haben heute viele verschiedene Messen für KCG (Kleine Christliche Gemeinschaften – lokale Gruppen in den Kirchen). So übernehme ich die Frühmesse um 6:30 Uhr. Am Vormittag kommen alle ca. 50 Katechumenen (Taufbewerber) mit Eltern und Paten zusammen. Sie füllen fast die Pfarrkirche. Als weißer Priester falle ich natürlich auf. Heute ist auch Schwester Lydia Mwaura gekommen und macht etwas für die Ministranten. Ich freue mich sehr sie zu treffen. Letzte Woche haben wir schon telefoniert. Ich kenne sie schon lange: Sie stammt aus der Diözese Murang‘a und ist Marienschwester in Südafrika. Am späten Nachmittag haben wir Zeit zu einem netten Gespräch und Austausch.

 

Sonntag, den 28.08.2016:

Es ist 18:50 Uhr (MEZ 17:50) und so gut wie dunkel. In wenigen Minuten ist Nacht. Heute habe ich 3 Messen übernommen: 7:15, 9:15, 11 Uhr. Mit einem Fahrer und einer Schwester (Übersetzung der Predigt) ging es in abgelegene Filialkirchen. Kurz vor 13 Uhr war ich zurück. Die Christen waren überrascht, dass ein weißer Priester gekommen ist. Sie haben sich aber auch sehr gefreut. Grüße auch zurück nach Deutschland. Wie ist Deutschland? Hier hat es am morgen etwas genieselt, am Nachmittag Sonnenschein und Temperaturen vielleicht bis 25 Grad. Mit Fr. William bis Muranga‘a. Hier wollte mich Fr. Simon treffen, er bringt mich zur Kathedrale (Pfarrhaus). Mit ihm diskutiere ich noch über seine Arbeit: Die Traditionen gehen hier verloren. Hier bekomme ich das erste Bier in Kenya – gestern Abend habe ich verzichtet: Bier aus der Dose.

 

Montag, den 29.08.2016:

Hier bricht eine Gruppe Priester nach Rom auf. Ich bekomme von Josef das Auto. In Kanyenyaini hat es nur 13 Grad und Nieselregen (11 Uhr) – vorher hat es stärker geregnet. Bei Kutus besuche ich Sr. Philis ihre Mutter und Schwester. Ich werde ganz herzlich empfangen. Die Mutter spricht kein Englisch. Sie muss mir ihr neues Land zeigen. Sie ist froh. Ihr bisheriges Land musste sei aufgeben, wegen einem Staudamm. Dann geht es weiter nach Meru. Im Bischofshaus oder Ordinariat treffe ich bekannte Personen. Hier warte ich auf Fr. Jason Micheni. Er nimmt mich mit nach Laare (Osten). Es fängt an etwas zu regnen.

 

Dienstag, den 30.08.2016:

Im Haus gibt es Probleme mit dem Wasser – aber nicht nur hier: die ganze Region wird mit einem Wasserprojekt der Diözese versorgt (wohl über 300.000 Menschen). Auch der Strom ist nicht immer verfügbar. Hier in Laare ist es recht kühl und windig. Die Pfarrei hat hier drei Schulen, die teils recht abgelegen sind. Zu einer fahren wir, weil es Schwierigkeiten gibt. Es geht bergab, hier ist es trocken und warm. In der Gegend gibt es die Meraa-Bäume. Blätter und kleine Zweige werden als Meraa (Droge) frisch geerntet und mit schnellen Pickups nach Nairobi oder Mombasa gefahren. Fr. Jason nimmt mich mit nach Meru zum Rotary-Club. Sie machen in der Region einige interessante Projekte. Am Abend habe ich Schnee gesehen – den Gipfel von Mount Kenya.

 

Mittwoch, den 31.08.2016:

Heute hatte ich die Messe bei den Don Orione Schwestern. Es ergeben sich nette Gespräche beim Frühstück.
Am Markt kaufe ich Schnürsenkel: Das ist gar nicht leicht, die meisten Schuhläden haben das nicht. Am späten Nachmittag werde ich zum Bibelteilen der Verantwortlichen der Kleinen Christlichen Gemeinschaften (5) der Pfarrkirche eingeladen. Ich soll etwas von Schönstatt erzählen.

 

Donnerstag, den 01.09.2016:

Messe mit den Schwestern. Heute ist es neblig und feucht und kühl – mir wird richtig kalt. Die Pfarrei will ein vierstöckiges Haus bauen, das Grundstück wird gesegnet. Besuch in einer Schule und Segnung einer Farm. Beides erreichen wir nur über abenteuerliche Straßen.

 

Freitag, den 02.09.2016:

Es hat nur 15 Grad (11 Uhr) als wir nach Meru aufbrechen. Werkstatt, Mittagessen. Im Bischofshaus (Ordinariat) treffe ich Bekannte. In der Pfarrei Gatibi am Äquator mache ich einen Stopp. Es ist hier richtig viel los. Ich kenne es noch anders. Dann geht es weiter in den Süden in die Pfarrei Mpukoni. Ich finde den Abzweig zur Pfarrei bevor es dunkel wird.

 

Samstag, den 03.09.2016:

Heute morgen hat es nur 15 Grad und Nieselregen. Vorteil: Es staubt nicht mehr. Nachteil: Der rote Staub klebt an den Schuhen, die Straßen werden rotbraun, die nicht geteerten Straßen leicht schmierig. Das Fahren ist bei diesem Wetter anstrengender. Ich bin der Priester der heute am Schönstatt-„Zentrum“ (Diözese Murang‘a) den Gottesdienst hält. Ich mach mich auf den Weg (auf der Karte Chuka). In Embu treffe ich Sammy Kiviu Njogi (KAB). Leichter Regen bis Embu / Kutus. In Maragua - hier ist es trocken und wärmer - nehme ich Sr. Lydia mit. Von hier aus ist es nicht weit. Ich komme in afrikan time. Beichte und Gottesdienst. Es ist schön alte Bekannte zu treffen. Es ist eine nette Gruppe gekommen. Ich versuche sie mit der Predigt auf ihrem Weg zu stärken. Was ich durch Reaktionen auf die Übersetzung erfahre: Die Traditionen gehen mehr und mehr verloren. Manchmal ist es auch gut, dass sich etwas ändert. Ich beobachte, dass Großeltern Freude an den Enkelkindern haben – besonders Großväter. Sie ergänzen, dass auch Väter stolz auf ihre Kinder sind und sie herumtragen. Tradition hier: Kleinkinder werden nur (!) von den (Groß-)Mütter erzogen. Mit drei Schwestern geht es zuerst nach Kanol - Sr. Lydia möchte zu ihrer Mutter nach Rocho, dann wieder nach Murang‘a - Sr. Philis und ? wollen Einkaufen und nach Mumbi (Stadtteil). Als Wegzehrung kauft Sr. Philis für mich Bananen am Straßenrand für weniger als 0,50 Euro. Ich mache im Bischofshaus einen Besuch. Der Bischof ist noch auf Familyday und Firmung. Ich bekomme trotzdem eine Tasse Tee. Kurz vor 18 Uhr komme ich weg. Ich beeile mich, denn es ist leichter zu fahren, wenn es hell ist. Um 19 Uhr ist es stockdunkel und ich bin am Ortseingang von Embu. Ich bin froh wieder in der Pfarrei Mpukoni zu sein. Es ist bei Nacht gar nicht so leicht, den richtigen Abzweig von der Hauptstraße zu finden. Anstrengend aber schön.

 

Sonntag, den 04.09.2016:

Ich übernehme die 7 Uhr Messe mit den Schülern aus zwei Schulen (Gymnasien) und die Messe um 9 Uhr mit der Gemeinde in der Pfarrkirche. Bei den Schülern stellt mich der Pfarrer vor. Die Gemeinde ist überrascht, einen weißen Priester zu haben. Hier braucht es auch eine Übersetzung. Mir fällt es direkt leichter zu den Schülern zu sprechen. Ich habe den Eindruck, dass sie mich verstanden haben. Unsere Zeit braucht Persönlichkeiten, sonst folgen wir nur der Masse. Bei der Gemeinde bin ich wohl auch gut angekommen, weil sie mich eingeladen haben wieder zu kommen. Nachher wollen Kinder (PMC) mich anfassen. (gegen Mittag Sonneschein – angenehm – nicht heiß - Kaffeeanbau)

 

Montag, den 05.09.2016:

In der Nacht und am Morgen hat es in der Region leicht geregnet – ist für diese Zeit ungewöhnlich! Mit dem Auto nach Meru zum Bischofshaus (+ Ordinariat). Bischof Salesius Mugambi freut sich mich zu sehen. Vor vier Tagen haben wir schon am Telefon gesprochen. (Er hat den Pfarrer angerufen und wollte auch mit mir sprechen.) Ich erzähle wo ich bin und was ich mache. Ihn bewegt der Tod seiner Schwester, die bei einem Autounfall ums Leben kam und morgen beerdigt wird. Dann geht es weiter zur Gruppe der Schönstatt-Priester. Impuls und Austausch. Mich beeindrucken die Fragen. Mich freut es, dass sie Schönstatt ein ganzes Stück in sich aufgenommen haben. Ich nehme mir noch Zeit für einen Besuch im Museum. Der Leiter spricht mich an und wir reden mit einer Museumsführerin mindestens eine halbe Stunde über Kultur und Entwicklung. Dann mache ich noch einen Besuch in der Pfarrei Gatibi – genau am Äquator. Vom Pfarrer werde ich ganz herzlich begrüßt. Ich war wohl zwei Jahre nicht da, es hat sich vieles getan. Ich bin ganz überrascht. Hier war ich schon oft. Vor über 10 Jahren haben sie mit einer Schule angefangen. Ich weiß noch, dass es nicht sicher war, ob sie überlebt. Jetzt haben sie 800 Schüler. Dann geht es nach Mpukoni zurück.

 

Dienstag, den 06.09.2016:

Am Vormittag hat es angefangen etwas zu regnen. Gestern hat mich Joeph K. angerufen, dass ich ihn nicht vom Flughafen abzuholen brauche, er kommt nach Murang‘a. So fuhr ich nach Murang‘a. Der Bischof war nicht im Büro und auch nicht am Handy erreichbar. Der Diakon der Kathedrale hat mich zum Busbahnhof gefahren. Für 200 Schillinge bis Nairobi Zentrum. - Für die Fahrt habe ich meinen großen Koffer nicht mitgenommen. Die Matatus fahren, wenn sie voll sind. Eines war gerade voll, ich musste kaum mehr als 10 Minuten warten. Hier konnte ich meine zwei Taschen bis zur Pfarrei St. Petrer Clavers tragen. Ich bin gleich noch in die Stadt gelaufen. Im Ordinariat habe ich Schwester Mary Mbrici, Leiterin Caritas Nairobi getroffen. Mit ihr und einem Mitarbeiter und gleichzeitig Pfarrer am Stadtrand habe ich über eine Stunde gesprochen. Ich beginne ein wenig zu verstehen, der „Kapitalismus“ hier - im Vergleich mit Europa - ist wenig oder nicht sozial. Das zeigt sich auch im Straßenverkehr: rücksichtsloses Überholen, Drängeln - hier in Nairobi fährt man auf einzelne Zentimeter auf. Kenya und Tansania ist auch unterschiedlich: Das Leben geht hier schneller als in Tansania. Dort ist es auch sozialer. (Im Haus wohnt auch ein Priester aus Tansania.)- Hier gibt es ein Moskitonetz und der Lärm der Stadt ist hörbar.

 

Mittwoch, den 07.09.2016:

Heute war ein Tag vieler Kontakte mit Bekannten: Zu Fuß zu den Büros der Diözese. Ich konnte mit dem Bischof John Kardinal Njue sprechen. Caritas Sr. Mbrici: Wir reden über verschiedene Projekte und Entwicklung. In ihrem Büro kommt Weihbischof Kamau vorbei. Sie stellt mich dem Vocationdirektor („Berufungspastoral“) vor. Dann war ich noch in der Caritas-Bank. Mittagessen mit Naftaly M.. Dann holt mich ein Flüchtling Josef ab, mit dem Matatu nach South C, wo ihr kleines Büro ist. Mit Charles S. laufe ich bis zum Stadium, hier nimmt er den Bus, ich laufe ins Stadtzentrum - es ist um diese Zeit schneller. Hier treffe ich Dominic K. auf eine Tasse Tee. Am Abend frage ich den Priester aus Tansania nach dem Unterschied zwischen seinem Land und Kenya. Es wird ein längeres und interessantes Gespräch. Ich lerne immer mehr unsere soziale Marktwirtschaft schätzen.
Übrigens: Heute haben Marabus mich getroffen als ich unter ihren Nestern durchgelaufen bin. Jetzt am Abend höre ich noch die Matatus hupen und etwas vom Lärm der Stadt. Hier haben mich viele Moskitos zum Fressen gern - an den vorherigen Plätzen gar nicht. Papst Franzikus ist hier immer wieder präsent, ebenso Mutter Theresa.

Morgen geht es in den Nationalpark, Mittagessenseinladung und wieder in den Norden (Äquator).

 

Donnerstag, den 08.09.2016:

Nach der Frühmesse (6:15) starte ich mit Anthony Mwaura in den Nationalpark. Im Morgenverkehr ist es leichter nach außen zu fahren. Wir können viele Tiere sehen. Dann haben wir Mittagessenseinladung bei Monika Kimani (koordiniert Schönstatt in Nairobi). Ich habe mich gefreut sie zu hause besuchen zu können. Ich war immer wieder mal dort. Als Sekretärin im Ruhestand ist sie sehr aktiv mit ihrer Farm: Milch und Eier (dafür hat sie einen angestellt). Dann geht es zurück in die Stadt. Im Stau steige ich aus und gehe das letzte Stück zu Fuß. In der Pfarrei nehme ich meinen Koffer und suche den Matatu Shattl (nonstop + nur 11 Fahrgäste - 16 Uhr). Beim Sonnenuntergang kann ich Mount Kenya bei Embu sehen. In Meru holt mich Fr. Fredric ab, es geht weiter nach Laare.

 

Freitag, den 09.09.2016:

Es geht früh - kurz nach 6 Uhr (Dämmerung) - los bei 13 Grad und etwas Nieselregen. Am Eingang zum Meru-Park sind wir die Ersten. Ich erledige die Formalitäten, Fredric und Jason kaufen noch Getränke. Es ist bewölkt und kühl. Uns gelingt es gleich nach wenigen Kilometern Tiere zu sehen, die man hier fast nie zu Gesicht bekommt. Nilpferde, Straußenfamilie, Nashorn, usw. Es wird dann mittags heiß (34 Grad laut Auto). Sobald wir wieder hochfahren fällt die Temperatur. Auf der Straße bereiten Bauern Miraa zum Verkauf und Transport vor. Auf dem Rückweg kehren wir noch auf Grillfleisch (Ziege) ein. In Laare nehme ich meinen „Koffer“ und es geht nach Meru. Mit dem Matatu (hier wird voll geladen!) nach Embu. Gegen 19:45 Uhr (Nacht hier) holt mich Herr Sammy Kiviu (KAB – Kenya) ab. Ich werde sehr freundlich empfangen. Mir macht es Spaß Kontakte zu pflegen.

 

Samstag, den 10.09.2016:

Sammy Kiviu will um 9:30 in Nairobi sein. Er nimmt mich bis Mwea (Hotel – Region: Reis) mit (Start 6:45). Hier holt mich Fr. Daniel M. ab. Hier habe ich Zeit mich auszuruhen und wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Am Nachmittag habe ich Messe im Jungengymnasium (Internat).

 

Sonntag, den 11.09.2016:

Mwea ist Reisregion: Das heißt es ist warm, hat Wasser und Moskitos. Ich habe die Messe um 6:30 Uhr mit den Schülern zweier Schulen. Am Ende nimmt mich Fr. Daniel mit: Es geht auf einer ungeteerten Straße durch Reisfelder. Gottesdienst in einer ganz vollen Kirche (8 Uhr). Dann zurück in die Pfarrkirche (10 Uhr – wir sind etwas später dran). Fr. Daniel frage ich noch, wie ich mit der ein oder anderen Anfrage auf Unterstützung von Schul- oder Studiengebühren umgehen soll. Schnelles Mittagessen und zur Matatustation. Ich nehme einen Shuttel (nonstop) to Nairobi. Auf Anruf kommt der „Bus“ mit einem leeren Platz. Mit einer Tasche zur Pfarrei St. Peter Clevers durch Straßen voller Menschen und Matatus. Dann mache ich mich noch auf, etwas auf dem Masseimarkt zu kaufen. Am Abend vor Sonnenuntergang gibt es Abendpreise – besonders, wenn einer nichts verkauft hat.

Morgen übernehme ich die Aussetzung (5:30) vor der Messe (6:15). Dann will ich noch Schnitzereien kaufen - ein „Flüchtling“ kommt vorbei. Um 9 Uhr will ich mich mit Sr. Mbrici, Caritas Nairobi treffen. Fr. Joseph Kariuki kommt mit meinem Flugkoffer und bringt mich zum Flughafen (Start 19:40 Uhr). Nach dem hier ein kurz angekündigter Feiertag ist, dürfte es weniger Verkehr haben und schneller gehen.